Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Aufbau des Sozialstaates und der Demokratie
12.04.10 (Allgemein, Archiv Artikel 2010 (30))
Die Rote Plattform macht auf eine Diskussionsveranstaltung der Gewerkschaft ver.di aufmerksam, die am Dienstag, den 13 April 2010 in Zusammenarbeit mit den NDS im ver.di OV Dortmund – FB 8.durchgeführt wird. Wir halten es für notwendig, dass unsere Genossinnen und Genossen davon Kenntnis erhalten.
bge, 10.04.2010
“Wir laden zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein: OV Dortmund – FB 8
Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Abbau des Sozialstaates und der Demokratie oder: Wenn ein Konzern Politik stiftet – zum gemeinen Nutzen?
Ref.: Dr. Wolfgang Lieb / Köln
Dienstag, den 13. April 2010, 19.00 Uhr
ver.di-Haus Dortmund, Königswall 36 (2.Etage – Sitzungsraum A/B)
Die Bertelsmann AG ist der größte Oligopolist der veröffentlichten Meinung in Deutschland. Die Zeitungen, Zeitschriften, Fernseh- und Radiosender und nicht zuletzt die Verlage des Konzerns beeinflussen nicht nur die Meinungsbildung, sondern auch die gesamte Stimmungslage und Befindlichkeiten in Deutschland. Schon diese unkontrollierte Medienmacht alleine stellt eine Bedrohung für die Meinungsvielfalt dar. Bertelsmann übt aber darüber hinaus eine politische Gestaltungsmacht aus, die weit über den Einfluß von Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften, ja sogar Parteien hinausgeht.
Mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat die Stiftung in den neunziger Jahren die Einführung von Studiengebühren vorbereitet und erheblichen Einfluß auf Mandatsträger ausgeübt.
Fernab demokratischer Legitimation und Kontrolle war die Stiftung Initiator massiver Eingriffe und Einschnitte im Wirtschafts-, Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich. Von der HARTZ-Gesetzgebung
bis hin zur NRW-Hochschulgesetzgebung hat sich die Bertelsmann-Stiftung als neoliberale Vorreiterin von Arbeitgeberinteressen betätigt. Mit seiner Firma AVATOR steht der Bertelsmann- Konzern auch für die Privatisierung öffentlicher Verwaltung und Daseinsfürsorge und einer Privatisierungspolitik, die auf die Plünderung des Gemeinwesen hinausläuft.
Aus gutem Grund gibt es viele Beschlüsse von Gewerkschaften mit der Bertelsmann-Stiftung nicht zusammen zu arbeiten, da sie im Widerspruch zu den originären gewerkschaftlichen Anliegen wie der sozialen Sicherheit oder Verteilungsgerechtigkeit stehen.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Wolfgang seit
1972 als Wissenschaftlicher Assistent an der damaligen Gesamthochschule
Essen und wechselte 1976 an die sozialwissenschaftliche Fakultät
der Universität Bielefeld. Von 1979 bis 1983 arbeitete er in der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes und wurde anschließend Leiter
des Grundsatzreferates in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens
in Bonn. Ab 1987 war er zunächst stellvertretender, später Regierungssprecher und Leiter des Landespresse- und Informationsamtes
des Landes Nordrhein-Westfalen unter Ministerpräsident Johannes
Rau. Zuletzt war er von 1996 bis 2000 Staatssekretär im nordrheinwestfälischen Wissenschaftsministerium.
Heute gibt er zusammen mit dem Publizisten Albrecht Müller die politische
Webseite NachDenkSeiten heraus. In dieser Funktion nahm er
2009 den Alternativen Medienpreis entgegen.
• Der „NachDenkTreff“ ist eine Einladung, viele Dinge anders zu sehen. Eine Ähnlichkeit mit der Internetseite „www.nachdenkseiten.de“ ist dabei nicht zufällig sondern beabsichtigt und wird zur (werk-)täglichen Lektüre
empfohlen. Informationen und Einladungen können Sie unter folgender E-Mail-Anschrift anfordern: „Nach-DenkTreff@gmx.de“